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Das können Umkehrosmoseanlagen – die Osmosefilter im Vergleich

Umkehrosmose ist wohl das Wirkungsvollste verfahren, wenn es um die Wasseraufbereitung geht. Osmoseanlagen entfernen nahezu 100% der Verunreinigungen aus dem Wasser. Keine andere Filtertechnik ist so effektiv wie ein umkehrosmose Wasserfilter. Daher werden Osmosefilter auch bei der Raumfahrt und dem Militär eingesetzt,

Für alle die wenig Zeit haben – Das wichtigste zur Umkehrosmose vorab zusammengefasst:

Ein Umkehrosmose Wasserfilter ist Quasi die rundum Lösung, da er nicht auf gewisse Arten von Verunreinigungen ausgelegt ist, sondern einfach alles filtert. Andere Systeme wie z.B Aktivkohlefilter sind dagegen auf spezielle Stoffe spezialisiert, die sie ganz gut filtern können. Andere hingegen überhaupt nicht.

Gute Umkehrosmose Systeme verfügen über mehrere Vorfilter um die Osmosemembran zu entlasten und Bestmöglichste Wasserqualität zu erzielen.

Es gibt Umkehrosmoseanlagen mit und ohne Tank. Der große Vorteil von dem Tank ist ein schnellerer Zugriff auf das gefilterte Wasser. Allerdings ist der Tank auch ein zusätzlicher Risikofaktor
Kostentechnisch bewegt sich die Umkehrosmose im oberen Bereich. Dafür ist sie aber auch viel effektiver als andere Systeme. Mehr zu den Kosten findest du hier

Bei der Umkehrosmose entsteht zusätzliches Abwasser. Auf einen Liter Osmosewasser kommen etwa 2-6 Liter Abwasser. Es gibt allerdings auch sogenannte Zero-Waste-Systeme, bei denen das Abwasser dann für z.B die Waschmaschine oder den Geschirrspüler verwendet werden kann
Es gibt Auftischt und Untertisch Osmoseanlagen.

Untertisch Systeme werden direkt an die Leitung angeschlossen und müssen in der Regel von einem Fachmann installiert werden. Diese Systeme verfügen oft über mehr Vorfilter, können schneller filtern und sind einfacher zu bedienen. 

Auftischt Systeme sind kompakter und der umständliche Installationsprozess entfällt. Also perfekt für Mieter oder alle die wenig Platz unter der Spüle haben.

Vorteile von Umkehrosmose

  • Wirkungsvollste Wasseraufbereitung.
  • Auf Dauer günstiger als Wasser im Supermarkt zu kaufen, dazu noch bessere Qualität und du sparst dir die Kisten Schlepperei. Außerdem fällt weniger Abfall an 😉
  • Besserer Geschmack: Durch die Osmoseanlage wird auch schlechter Geschmack und Geruch entfernt.
  • Kristallklare Eiswürfel: Eiswürfel aus Osmosewasser sind Kristallklar, die weiße oft milchige Farbe entsteht durch Verunreinigungen im Wasser

Nachteile von Umkehrosmose

  • Mineralien werden entfernt: Für viele ein Kritikpunkt, in Wirklichkeit aber gar kein Nachteil (mehr dazu in dem Artikel über Osmosewasser)
  • Wartung: Alle paar Monate muss die Filtermembran gereinigt und desinfiziert werden. Vorfilter müssen regelmäßig ausgetauscht werden.
  • Filtert sehr langsam: Umkehrosmosegeräte filtern im vergleich zu anderen Wasserfiltern sehr langsam. Abhilfe kann hier eine Umkehrosmoseanlage mit Tank schaffen.
  • Teurer als andere Systeme: Umkehrosmoseanlagen sind in Anschaffung und Folgekosten teurer als andere Systeme, die zum Beispiel auf Aktivkohlebasis arbeiten. Die Wasserqualität ist dafür natürlich nicht mit solchen Filtern vergleichbar.
  • Umkehrosmoseanlagen sind aus Kunststoff. Das stimmt, allerdings kommt das Wasser (wenn kein Kunststofftank verwendet wird) nach der Filterung nur in einem ganz kleinen Bereich mit diesem in Berührung.

Funktionsweise von Osmoseanlagen

Bei der Umkehrosmose wird das Leitungswasser mit Hilfe einer Pumpe durch eine halbdurchlässige Membran gedrückt, diese hält bis auf die kleinen Wassermoleküle, alle anderen Elemente wie Schadstoffe und Schwebstoffe zurück. Um den nötigen Druck aufzubringen arbeiten einige Osmoseanlagen mit Strom, für andere ist der Leitungsdruck ausreichend.

Bei Umkehrosmoseanlagen kommen meist mehrere Filterelemente bzw. Vorfilter zum Einsatz, um vorab grobe Verunreinigungen zu entfernen und so die Osmosemembran zu entlasten.
Übliche Vorfilter für Umkehrosmoseanlagen sind:
Sedimentfilter, die grobe Verunreinigungen wie Rost oder Sand zurückhalten
Akivkohlefilter, der Schadstoffe wie Chlor, Pestizide, Schwermetalle, Chemikalien usw. filtern
Auch Kationharzfilter die Kalzium in Natrium verwandeln (Ionentauscher Element) sind nicht unüblich.

Erst jetzt muss das Wasser durch die Osmosefilter Membran, die alles was kein Wassermolekül ist, herausfiltert. So entsteht auf der einen Seite das saubere Osmosewasser und auf der anderen Seite das Abwasser mit den herausgefilterten Partikeln, dieses wird je nach System in einen separaten Auffangbehälter geleitet oder direkt dem Abwassersystem zugeführt. Auf einen Liter sauberes Osmosewasser kommen 2 bis 6 Liter Abwasser. Das sieht nach viel aus, ist es auch. Aber wie bei dem Kostenvergleich weiter unten zu sehen, ist es noch immer deutlich günstiger als sich abgefülltes Wasser zu kaufen.

Es gibt übrigens auch sogenannte Zero-Waste-Systeme, bei denen das Abwasser für Geräte wie den Geschirrspüler oder die Waschmaschine verwendet werden kann.

Welche Verunreinigungen werden durch eine Umkehrosmose Anlage entfernt?

Die feine Osmosemembran hält alles zurück was größer als ein Wasserstoffmolekül ist. Also organische Substanzen, Chemikalien, Keime, Bakterien, Viren, Schwermetalle, Mineralien usw. usw. Außerdem entfernen Umkehrosmoseanlagen auch sämtlichen Kalk, weshalb sie auch gerne als Wasserenthärtungsanlage verwendet werden.

Auch werden Mineralien wie Kalzium, Magnesium, Kalium und mehr entfernt. Hier scheiden sich die Geister ob dies schlecht oder doch ein Vorteil ist. Auf jeden Fall gibt es einige Umkehrosmosefilter, die über Remineralisierungsmodule verfügen, um das Wasser nach der Filterung wieder mit diesen Mineralien anzureichern. Meiner Meinung nach ist dies aus gesundheitlichen Gründen nicht erforderlich, kann aber eventuell den Geschmack verbessern.

Kein hundert prozentiger Schutz vor Keimen, Bakterien und Viren

Wie kommt das? Bei einem Filter von 0,0001 Mikrometer sollte man doch meinen, dass alle Bakterien und Viren zurückgehalten werden, da diese doch wesentlich größer sind.

Das stimmt leider nur zum Teil, denn der Filter funktioniert nur, wenn das Wasser mit hohem Druck durch die Membran gedrückt wird. Ohne diesen Druck wird die Membran durchlässiger, und da eine Umkehrosmoseanlage nunmal nicht die ganze Zeit durchläuft, können in den Filterpausen Bakterien und Viren den Filter überwinden und sich mit der Zeit in der Membran festsetzen.

Wie sieht die Lösung aus?
Wichtig ist, dass das Stehwasser nicht in den Tank mit dem Trinkwasser gelangt, sondern das eine Möglichkeit besteht dieses getrennt auszusondern.
Einige gute Osmoseanlagen spülen das, durch die Spülpausen eventuell verunreinigte Stehwasser, wieder hinaus.
Auf diese Weise bleibt die Gefahr, dass sich Keime in der Filtermembran ansammeln überschaubar.

Viele Umkehrosmose Wasserfilter haben zusätzlich noch eine Keimsperre, dabei handelt es sich um einen zusätzlichen Vorfilter, meist aus Keramik, der den Großteil der Keime zurück hält.

Trotz all dieser Schutzvorkehrungen besteht die Möglichkeit dass sich Keime in der Filtermembran festsetzen, daher sollte diese alle paar Monate mit Wasserstoffperoxid desinfiziert werden.

Osmosegerät mit oder ohne Tank?

Vorteile von einer Umkehrosmoseanlage mit Tank:

deutlich schnellerer Zugang zu dem gefiltertem Wasser, da bei Anlagen ohne Tank das Wasser aufgrund der geringen Durchflussmenge nur sehr langsam fließt. (Ein Direct Flow System, also ohne Tank, kommt vielleicht auf 1 Liter pro Minute, mit Tank kann das Wasser deutlich schneller entnommen werden.
Osmosegeräte mit Tank haben meist eine kleinere und feinere Filtermembran, da die Durchflussmenge und Geschwindigkeit nur eine untergeordnete rolle spielen. Diese kleineren Filter sind günstiger.

Nachteile von einer Umkehrosmoseanlage mit Tank:
Kein Wasserfilter kann zu 100% alles herausfiltern. Selbst wenn 99,9% der Keime zurückgehalten werden, schafft es vielleicht dieses 0,1% hindurch. Das ist an sich völlig unbedenklich, doch in dem Tank steht das Wasser und die wenigen Keime könnten sich dort vermehren. Um dem Abhilfe zu schaffen, werden oft Nachfilter verwendet. Dieses Problem Liese sich aber ganz einfach umgehen, indem man auf den Tank verzichtet.
Der Tank könnte wieder unerwünschte Stoffe an das Wasser abgeben. Hier ist darauf zu achten, dass der Tank über eine Blase verfügt, in der das Wasser gesammelt wird und das diese Blase (mit der das Wasser in Berührung ist) nicht aus Kunststoff oder Gummi, sondern aus Naturkautschuk besteht.


Fazit: Der Tank ist oft ein zusätzlicher Risikofaktor der sich vermeiden liese.

 

Die Direct Flow Umkehrosmoseanlagen ohne Tank
Wer jetzt für sich Vorteile und Nachteile von Anlagen mit Tank abgewogen hat, kommt vielleicht zu dem Ergebnis lieber auf eine Direct Flow Anlage ohne Tank zu setzen.
Diese Anlagen haben allerdings 2 Nachteile.

Die Filtergeschwindigkeit ist wie schon geschrieben sehr langsam (etwa 1 Liter pro Minute)
Diese Durchflussgeschwindigkeit ist für einen Umkehrosmose Filter sehr hoch, um dies zu bewerkstelligen braucht es eine viel größere Filtermembran als dies bei Filtern mit Tank der Fall ist. Die größere Filtermembran ist natürlich teurer und auch nicht ganz so fein, hält also weniger Verunreinigungen zurück.

Hier gilt es also abzuwägen was einem wichtiger ist.

 

Auftischt Osmoseanlage vs. Untertisch Osmoseanlage

Osmoseanlagen werden meist in zwei Varianten angeboten. Als auftisch Umkehrosmoseanlage und als Untertisch Gerät.

Untertisch Osmosefilter
Diese werden direkt an die Leitung angeschlossen, was in der Regel ein Monteur erledigt. Außerdem wird ein Loch in die Deckplatte gebohrt und ein zweiter Wasserhahn angebracht.
Untertischgeräte werden meist bevorzugt, da platzsparender und leichter zu bedienen.

Auftischt Osmosefilter
Hat man nicht die Option ein untertischgerät zu verwenden (zum Beispiel weil der Vermieter dem nicht zustimmt oder unter der Spüle nicht ausreichend Platz ist), gibt es noch die auftisch umkehrosmose-anlagen. Diese sind kompakter und müssen nicht an das Leitungssystem angeschlossen werden.

Kosten und Folgekosten von Osmosegeräten

werfen wir jetzt einmal einen Blick auf die Kosten und insb. auf die Folgekosten von Osmosegeräten.

Auch wenn die meisten wahrscheinlich weniger trinken, gehen wir mal von 3 Litern pro Person und Tag aus. Bei einem durchschnittlichen Wasser zu Abwasserverhätnis von 3:1 wären das also tatsächlich 9 Liter Wasserverbrauch pro Tag. Bei einem durchschnittlichen Literpreis von 0,2 Cent, kommen wir so auf 1,8 Cent pro Tag oder auf 59,13€ pro Jahr.
Wir runden mal auf 60€ auf 🙂

Hinzu kommen die Kosten für die Ersatzfilter und die Osmosemembran. Diese variieren natürlich stark von Modell zu Modell. Nehmen wir als Beispiel mal an ein Halbjahres Filterset kostet 50€ (was für viele Modelle etwa hinkommt). Nehmen wir außerdem an eine Ersatzmembran kostet 100€ und hält 2 Jahre. Und gehen wir mal von Initialkosten von 600€ für die Anlage aus.

dann sähe die Rechnung für einen Single Haushalt in etwa so aus:
Jährliche Kosten: 60€ Wasserverbrauch + 2×50€ Halbjahres-Filterset’s = 160€
Alle zwei Jahre kommen nochmal 100€ für eine neue Osmosemembran dazu.
In Jahr 1 haben wir die Anschaffungskosten für die Anlage, in diesem Beispiel 600€ (dafür brauchen wir hier nur ein Ersetzfilterset.)

 

Hier folgt eine Tabellenübersicht

 

Hier der Vergleich zu Mineralwasser in Flaschen, auch wenn man dieses qualitativ nicht vergleichen kann, da Osmosewasser nochmal um einiges reiner ist.

wieder gehen wir von 3 Litern pro Person aus, also der selben Menge wie oben.
Als Grundlage für die Berechnung nehmen wir 40 Cent pro Liter, was wohl in etwa einem Durchschnittspreis entspricht.

 

Hier folgt eine Tabellenübersicht

 

Wir sehen, bei einem zwei Personen Haushalt rentiert sich die Anlage bereits nach weniger als einem Jahr. Zusätzlich hat man noch deutlich bessere Wasserqualität, keine Schlepperei und produziert weniger Plastikmüll! 🙂

Die Preise für Ersatzfilter und Ersatzmembran sind natürlich je nach Anlage unterschiedlich.

 

Wie oft müssen die Filter einer Osmoseanlage gewechselt werden?

Das ist von Fall zu Fall unterschiedlich und hängt unter anderem von dem verwendeten Osmosegerät und der Qualität des Wassers ab.
Zum Beispiel hält die Osmosemembran deutlich länger (oft mehrere Jahre), wenn verschiedene Vorfilter eingesetzt werden. Vorfilter wie Aktivkohlefilter oder Kationharzfilter sollten dann in etwa alle 6 Monate ausgetauscht werden.